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Aston Martin Valhalla: 1.079 PS und ein Design zum Verlieben

Aston Martin Valhalla in Grün schräg von vorne
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Der Valhalla sieht schon im Stand schnell aus. Seine Karosserie liegt extrem flach über der Straße. Die Kabine sitzt tief zwischen den Rädern und große Öffnungen schneiden sich in die Seiten des Autos. Gleichzeitig bleibt vorne genug von der typischen Aston-Martin-Form erhalten, damit man die Marke sofort erkennt.

Dabei ist der Valhalla für Aston Martin selbst etwas Besonderes. Er ist der erste in Serie produzierte Mittelmotor-Supersportwagen der Marke und gleichzeitig der erste Plug-in-Hybrid von Aston Martin. Insgesamt sollen nur 999 Exemplare entstehen.

1.079 PS aus V8 und drei Elektromotoren

Im Heck sitzt ein 4,0-Liter-Biturbo-V8 mit Flat-Plane-Kurbelwelle. Allein der Verbrennungsmotor leistet 828 PS. Drei Elektromotoren steuern weitere 251 PS bei. Zusammen stehen 1.079 PS, also rund 794 kW, und 1.100 Nm Drehmoment zur Verfügung.

Aston Martin Valhalla bei schneller Straßenfahrt
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Zwei Elektromotoren treiben die Vorderachse an. Der dritte Elektromotor sitzt hinten im neuen Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Damit besitzt der Valhalla einen elektrifizierten Allradantrieb.

Die Fahrleistungen passen zum Aussehen. Von 0 auf 100 km/h soll es in 2,5 Sekunden gehen. Bei 350 km/h wird elektronisch Schluss gemacht.

Das Interessante ist aber nicht nur die Zahl auf dem Datenblatt. Die beiden vorderen Elektromotoren können ihr Drehmoment unterschiedlich verteilen. Dadurch kann das System einzelne Räder gezielt unterstützen und den Valhalla beim Beschleunigen und in Kurven stabilisieren.

Diese Türen gehören zu einem Supersportwagen

Im geschlossenen Zustand folgen die Türen der flachen Seitenlinie. Beim Öffnen schwingen sie nach vorne und oben. Aston Martin nennt diese Konstruktion Dihedral Doors.

Und genau solche Türen will man bei einem Auto wie dem Valhalla sehen.

Aston Martin Valhalla mit geöffneten Dihedral-Türen
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Aston Martin hat für die Türen sogar Ausschnitte in das Dach integriert. Zusammen mit niedrigeren Seitenschwellern und einer weit vorne stehenden A-Säule entsteht dadurch eine größere Öffnung zum Innenraum. Man bekommt also nicht nur die spektakuläre Optik, sondern kann auch leichter in die sehr niedrigen Sitze einsteigen.

Noch besser: Die Türen übernehmen zusätzlich eine aerodynamische Aufgabe. Luftleitbleche führen Luft aus den vorderen Radhäusern in Richtung der seitlichen Kühler. Die Form ist also nicht bloß Show.

Die Seitenansicht ist vielleicht seine schönste Perspektive

Von der Seite versteht man den Valhalla besonders gut. Vorne sitzt die Karosserie extrem niedrig. Danach spannt sich das Dach eng um die Kabine. Hinter den Türen öffnen sich große Kanäle und geben dem Auto eine fast ausgehöhlte Form.

Seitenansicht des Aston Martin Valhalla
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Gerade diese großen Öffnungen machen die Seite so besonders. Die Luft wird nicht einfach außen am Auto vorbeigeschoben. Sie wird durch und um die Karosserie geführt.

An der hinteren Seitenschürze sitzen außerdem fünf kleine Wirbelgeneratoren. Sie stammen laut Aston Martin direkt aus Ideen des Formel-1-Chassisdesigns und erhöhen den Abtrieb im mittleren Bereich des Fahrzeugs.

Das ist eines der schönsten Dinge am Valhalla: Viele Details sehen aggressiv aus, weil sie tatsächlich eine Aufgabe haben.

Der Dachschnorchel sieht nicht nur brutal aus

Auf dem Dach sitzt direkt hinter der Kabine ein großer Lufteinlass. Er erinnert sofort an einen Rennwagen.

Beim Valhalla ist dieser Dachschnorchel aber kein Dekoelement.

Dachschnorchel des Aston Martin Valhalla
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Der Einlass führt Luft zu mehreren wichtigen Bereichen des Antriebs. Dazu gehören die Turbolader, die Ladeluftkühler und der Bereich des heißen V zwischen den Zylinderbänken. Aston Martin integriert den Kanal direkt in die niedrige Dachlinie.

Dadurch passiert etwas, das gutes Supersportwagen-Design ausmacht: Man sieht ein spektakuläres Bauteil und erfährt danach, dass es genau dort sitzen muss.

600 Kilogramm Abtrieb – ohne dauerhaften Riesenflügel

Im normalen Straßenbetrieb bleibt der große aktive Heckflügel eingefahren. Dadurch behält der Valhalla seine saubere Silhouette.

Im Race Mode ändert sich das Auto. Dann fährt der Heckflügel bis zu 255 Millimeter aus der Karosserie heraus. Gleichzeitig arbeitet vorne ein aktiver Flügel, der hinter dem Aston-Martin-Kühlergrill verborgen ist.

Valhalla schräg von hinten und leicht von oben.
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Bei 240 km/h erzeugt das System im Race Mode mehr als 600 Kilogramm Abtrieb. Oberhalb dieser Geschwindigkeit verändert die aktive Aerodynamik ihre Stellung, damit der Abtrieb bis zur Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h ungefähr auf diesem Niveau bleibt.

Beim starken Bremsen kann der Heckflügel zusätzlich als Luftbremse arbeiten. Das System reagiert innerhalb von etwa einer halben Sekunde.

Gerade das gefällt mir am Design des Valhalla: Aston Martin musste ihm keinen riesigen feststehenden Flügel auf das Heck schrauben. Wenn die zusätzliche Aerodynamik nicht gebraucht wird, verschwindet ein großer Teil davon wieder in der Karosserie.

Dieses Heck könnte auch von einem Rennwagen stammen

Von hinten wird der Valhalla richtig wild. Zwei große Venturi-Tunnel bestimmen die gesamte untere Hälfte des Autos. Dazwischen und darüber bleibt erstaunlich wenig klassische Karosserie übrig.

Heckansicht des Aston Martin Valhalla mit Diffusor und Venturi-Tunneln
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Die Tunnel beschleunigen die Luft unter dem Fahrzeug und erzeugen dadurch Abtrieb. Der große Diffusor führt den Luftstrom anschließend nach hinten aus dem Unterboden heraus.

Auch die Rückleuchten sind ungewöhnlich. Dünne dreidimensionale Lichtblätter sitzen vor einer offenen Mesh-Struktur. Durch diese Struktur kann gleichzeitig heiße Luft aus dem Heck entweichen.

Und dann sind da noch die Auspuffrohre.

Der Valhalla hat vier Stück. Zwei Endrohre sitzen tief neben den Venturi-Tunneln. Zwei weitere sitzen oben im Heck und sind von perforierten Hitzeschildern umgeben.

3D-Rückleuchten am Heck des Aston Martin Valhalla
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Das Ergebnis sieht nicht nach einer normalen Heckschürze aus. Es wirkt eher so, als hätte Aston Martin die Technik nur mit genau so viel Karosserie verkleidet, wie unbedingt notwendig war.

Selbst die Räder erzählen etwas über das Auto

Hinter den großen Felgen sitzen Carbon-Keramik-Bremsen. Für den Valhalla bietet Aston Martin außerdem geschmiedete Aluminiumräder und leichtere Magnesiumräder an.

Rad und Carbon-Keramik-Bremse des Aston Martin Valhalla
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Die Magnesiumvariante reduziert die ungefederte Masse laut Aston Martin um rund zwölf Kilogramm. Das hilft dem Fahrwerk, schneller auf Unebenheiten und Lastwechsel zu reagieren.

Auch hier passt das Detail wieder zum gesamten Auto: Es sieht schön aus, aber die Technik dahinter ist mindestens genauso interessant.

Warum der Valhalla so gut um die Kurve gehen soll

Unter der Karosserie steckt ein vollständiges Carbon-Monocoque. Aston Martin entwickelte es zusammen mit Aston Martin Performance Technologies, kurz AMPT. Das Monocoque bildet eine leichte und sehr steife Basis für Fahrwerk, Antrieb und Aerodynamik.

Vorne arbeitet eine Pushrod-Aufhängung mit innenliegenden Federn und Dämpfern. Diese Bauweise kennt man aus dem Rennsport. Sie schafft gleichzeitig Platz für eine sauberere Luftführung rund um die Vorderräder. Hinten verwendet Aston Martin eine Fünflenker-Konstruktion.

Aston Martin Valhalla auf dem Formel-1-Stadtkurs von Monaco
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Dazu kommen die beiden einzeln regelbaren Elektromotoren an der Vorderachse, das elektronische Sperrdifferenzial hinten und die aktive Aerodynamik.

Das Entscheidende ist die Zusammenarbeit dieser Systeme. Das Auto kann Drehmoment zwischen den Rädern verteilen und gleichzeitig seine aerodynamische Balance verändern. Sensoren erfassen dabei laufend die Bewegung des Fahrzeugs und den verfügbaren Grip.

Genau deshalb besteht das Handling-Konzept nicht einfach nur aus „viel Leistung plus breite Reifen“. Der Valhalla versucht aktiv, seine enorme Leistung kontrollierbar zu machen.

Formel 1 steckt hier tatsächlich in der Entwicklung

Beim Begriff „Formel-1-Technik“ darf man bei Straßenautos normalerweise ein bisschen skeptisch werden. Beim Valhalla lässt sich die Verbindung aber an konkreten Bauteilen zeigen.

Aston Martin Performance Technologies arbeitete bei Aerodynamik, Fahrdynamik und Materialien direkt an der Entwicklung mit. AMPT ist der technische Beratungsarm des Aston Martin Aramco Formula One Teams.

Aston Martin Valhalla auf der Rennstrecke in Monaco
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Pushrod-Vorderachse, Carbon-Monocoque, aktive Aerodynamik, die kleinen Wirbelgeneratoren an den Seitenschwellern und die intensive Steuerung des Luftstroms zeigen diese Verbindung auch optisch.

Der Valhalla sieht deshalb nicht nur nach Rennsport aus. Ein Teil seiner ungewöhnlichen Form entsteht tatsächlich aus denselben Fragestellungen: Wo muss die Luft hin? Wo braucht das Auto Abtrieb? Und wie bleibt es bei sehr hoher Geschwindigkeit kontrollierbar?

Im Innenraum sitzt der Fahrer fast wie in einem Rennwagen

Auch innen bleibt Aston Martin bei diesem Konzept. Die Sitzposition ist extrem niedrig. Gleichzeitig liegen die Fersen höher als bei einem normalen Straßenauto. Dadurch nähert sich die Körperhaltung stärker der Sitzposition in einem Formel-1-Auto an.

Innenraum des Aston Martin Valhalla mit Cockpit und Mittelkonsole
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Die einteiligen Carbon-Sitzschalen wiegen jeweils weniger als fünf Kilogramm. Das Cockpit selbst bleibt relativ minimalistisch und richtet sich stark auf den Fahrer aus. Trotzdem ist es kein nackter Rennwagen-Innenraum. Aston Martin verbindet die Carbon-Struktur mit der Verarbeitung, die man von der Marke erwartet.

Ein Auto, bei dem man immer noch ein Detail entdeckt

Man kann sich beim Valhalla zuerst die 1.079 PS merken. Oder die 2,5 Sekunden auf 100 km/h. Oder die 350 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Aber das sind am Ende nur Zahlen.

Aston Martin Valhalla frontal im Tunnel
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Spannender ist, wie viele technische Ideen Aston Martin sichtbar gemacht hat. Die Türen öffnen nach oben. Luftkanäle schneiden durch die Seiten. Auf dem Dach sitzt der Ansaugkanal für den V8. Kleine Flügel an den Seitenschwellern beeinflussen den Luftstrom. Das Heck besteht fast nur noch aus Diffusor, Venturi-Tunneln und Öffnungen zur Wärmeabfuhr.

Und wenn im Race Mode zusätzlicher Abtrieb gebraucht wird, erhebt sich auch noch der große Heckflügel aus der Karosserie.

Der Valhalla ist deshalb eines dieser Autos, bei denen man wahrscheinlich auch nach dem zehnten Gang durch die Garage noch irgendein Detail findet, das man vorher übersehen hat.

999 Exemplare sind geplant. Für die meisten von uns wird der Valhalla also ein Traumauto bleiben. Aber genau dafür sind Traumautos schließlich da.