Schon von außen macht der neue BMW 7er klar, dass BMW seine große Luxuslimousine nicht einfach nur vorsichtig überarbeitet hat. Die Front wirkt moderner, die Lichtgrafik wurde reduziert und die beleuchtete Niere wird zu einem eigenen Designelement.
Trotzdem sieht der 7er weiterhin wie eine große, klassische Limousine aus. Genau diese Mischung macht ihn interessant: Er will nach Zukunft aussehen, ohne wie ein kurzlebiges Technikexperiment zu wirken. BMW selbst beschreibt die neue Formensprache als neue Interpretation des Luxussegments.

Die Front sieht aus, als käme sie aus der Zukunft
Bei Dunkelheit verändert sich die Wirkung des 7ers noch einmal deutlich. Die eigentlichen Leuchten bleiben sehr schmal. Darunter und dazwischen nimmt die beleuchtete BMW-Niere viel Raum ein.
Gerade dadurch wirkt die Front nicht wie eine Ansammlung immer größerer Scheinwerfer. Das Licht wird stattdessen selbst zu einem Teil des Designs.

BMW kombiniert beim neuen 7er die Iconic-Glow-Niere mit minimalistischen Kristallleuchten. Das Ergebnis hat eine starke Wiedererkennung, ohne dass die Karosserie mit zusätzlichen Linien überladen werden muss.
Besonders nachts funktioniert das richtig gut. Man erkennt das Auto schon an wenigen leuchtenden Formen. Für eine Luxuslimousine passt das erstaunlich gut: auffällig, aber nicht verspielt.
Von der Seite bleibt der 7er erstaunlich klassisch
Von der Seite verschwindet ein großer Teil dieser futuristischen Wirkung wieder. Hier sieht man vor allem eine lange Motorhaube, eine große Fahrgastzelle und das klassische Profil einer Oberklasse-Limousine.
Das ist wichtig. Denn genau diese ruhige Grundform verhindert, dass der 7er wie ein Concept Car aussieht, das nach wenigen Jahren bereits wieder alt wirkt.

BMW hat die Seitenflächen bewusst reduziert. Eine klare Charakterlinie und wenige Details übernehmen die Gestaltung.
Gerade hier zeigt sich für mich eine der Stärken des Autos: Die Technik ist modern, aber die Proportionen versuchen nicht krampfhaft, futuristisch zu sein.
Im Innenraum beginnt eine andere Welt
Öffnet man die Tür, wird der Schritt in die Zukunft wesentlich größer.
Vor dem Fahrer entsteht eine digitale Landschaft aus BMW Panoramic iDrive, Zentraldisplay und weiteren Anzeigeelementen. Gleichzeitig setzt BMW weiterhin auf klassische Luxusmaterialien wie Leder, Textilien, Holz, Metall und Kristallglas.

Genau diese Mischung verhindert, dass der Innenraum wie ein riesiges Tablet auf Rädern wirkt.
Digitale Anzeigen übernehmen immer mehr Aufgaben. Rundherum bleiben aber Materialien, Oberflächen und Licht, die Wärme in den Innenraum bringen. Dadurch wirkt die Technik eingebettet und nicht einfach nachträglich auf das Armaturenbrett gesetzt.
Licht gehört hier zur Einrichtung
Ambientebeleuchtung gibt es inzwischen in vielen Autos. Beim 7er geht BMW einen Schritt weiter: Das Licht soll sichtbar zur Architektur des Innenraums gehören.
Eine ambiente Lichtleiste zieht sich durch den Innenraum und wird durch weitere Lichtelemente ergänzt. BMW bezeichnet das selbst als immersives Lichtkonzept.

Und genau da wird es interessant. Licht dient nicht mehr nur dazu, eine hübsche farbige Linie ins Auto zu zeichnen. Es verändert die gesamte Stimmung des Innenraums.
Nach einer langen Fahrt will man in einer Luxuslimousine schließlich nicht das Gefühl haben, in einem Kontrollraum zu sitzen. Der Innenraum soll ruhig wirken. Die Beleuchtung, die Materialien und die klare Gestaltung arbeiten deshalb zusammen.
Man kann sich ziemlich gut vorstellen, wie angenehm dieser Innenraum nachts auf einer langen Autobahnfahrt wirkt.
Hinten gibt es nicht zwei Tablets – sondern ein Kino
Im Fond hätte BMW einfach zwei Bildschirme an die Rückseiten der Vordersitze hängen können.
Genau das hat BMW nicht gemacht.
Stattdessen fährt der BMW Theatre Screen aus dem Dach herunter und bildet einen großen, zusammenhängenden Bildschirm vor beiden hinteren Sitzplätzen.

Das ist für mich eines der schönsten Technikdetails des gesamten Autos.
Zwei einzelne Displays hätten zwar wahrscheinlich denselben praktischen Zweck erfüllt. Der große Theatre Screen wirkt aber viel stärker in den Innenraum integriert. Die komplette Rückbank wird dadurch zu einem gemeinsamen Kinobereich.
Beim aktuellen System unterstützt BMW unter anderem 8K-Streaming, Gaming und Video-Calls.
Und genau hier zeigt der 7er, wie moderner Luxus aussehen kann. Früher bestand Luxus im Fond hauptsächlich aus Leder, Holz, Ruhe und viel Platz. Diese Dinge verschwinden nicht. Der 7er ergänzt sie einfach um ein digitales Privatkino.
Luxus bedeutet vor allem, sich wohlzufühlen
Displays sind beeindruckend. Aber nach zwei Stunden Fahrt interessiert einen wahrscheinlich etwas anderes viel mehr: Sitze, Ruhe, Platz und Fahrkomfort.
Der 7er bietet Komfortsitze und optional die Executive Lounge. Dazu kommen serienmäßig unter anderem ein Panorama-Glasdach und eine 4-Zonen-Klimaautomatik.

Das ist der Punkt, an dem sich Luxus von bloßer Ausstattung unterscheidet.
Man soll nicht nur sehen, dass der 7er teuer ist. Man soll sich darin entspannen können. Ein weicher Sitz, viel Platz, eine angenehme Lichtstimmung und ein ruhiger Innenraum können nach mehreren Stunden wichtiger sein als jede Leistungsangabe.
Und genau deshalb passt der Theatre Screen so gut zum Auto. Man sitzt nicht auf einer normalen Rückbank und schaut auf einen großen Bildschirm. Man sitzt in einer Lounge, während der Bildschirm Teil dieser Umgebung wird.
Der 7er ist damit eines dieser Autos, bei denen man als Autofahrer in einen kleinen Konflikt gerät: Eigentlich möchte man selbst fahren. Gleichzeitig möchte man unbedingt einmal hinten sitzen.
Auch das Fahrwerk gehört zum Luxus
Komfort endet nicht bei Leder und Ambientebeleuchtung. Eine Luxuslimousine muss vor allem gut fahren.
Serienmäßig besitzt der neue 7er eine adaptive Zweiachs-Luftfederung mit vier elektronisch geregelten Stoßdämpfern. Optional kommen unter anderem Integral-Aktivlenkung und eine aktive Wankstabilisierung hinzu.

Das passt zur gesamten Idee des Autos. Der 7er soll nicht ständig beweisen, wie sportlich er sein kann. Er soll Unebenheiten möglichst unaufdringlich von den Insassen fernhalten und gleichzeitig kontrolliert bleiben.
Gerade bei einem Auto dieser Klasse ist das wahrscheinlich die bessere Form von beeindruckender Technik: Man merkt nicht permanent, dass ein System arbeitet. Man merkt einfach, dass die Fahrt angenehm ist.
Auch vorne wird der Beifahrer nicht vergessen
Das neue Cockpit richtet sich nicht ausschließlich an den Fahrer. Erstmals bekommt der 7er auch einen eigenen BMW Passenger Screen für den Beifahrer. Das BMW Panoramic iDrive bildet gleichzeitig die neue digitale Grundlage des Cockpits.

Auch hier gefällt mir der Ansatz: Die Technik verteilt sich über den Innenraum, anstatt alles auf einen einzigen riesigen Bildschirm in der Mitte zu konzentrieren.
Der Fahrer bekommt seine Informationen. Der Beifahrer bekommt eigene Inhalte. Hinten wartet der Theatre Screen.
Trotzdem bleibt jeder Bereich Teil desselben Innenraumdesigns.
Ein Wohnzimmer braucht auch guten Klang
Zu einer entspannten Atmosphäre gehört nicht nur Licht. BMW kombiniert das Entertainment-System mit einem Soundsystem von Bowers & Wilkins und Unterstützung für Dolby Atmos.
Das passt besonders gut zum Theatre Screen. Wer hinten einen Film schaut, soll schließlich nicht nur ein großes Bild vor sich haben. Der Ton muss genauso räumlich wirken.
Elektro, Plug-in-Hybrid oder Verbrenner
Bei den Antrieben legt sich der 7er weiterhin nicht auf eine einzige Lösung fest.
BMW bietet klassische Verbrennungsmotoren mit 48-Volt-Technik, Plug-in-Hybride und vollelektrische i7-Varianten an. Die neuen elektrischen Varianten kommen laut BMW auf mehr als 720 Kilometer WLTP-Reichweite, abhängig von der jeweiligen Ausführung.

Das finde ich beim 7er eigentlich passend. Die Grundidee des Autos bleibt dieselbe, egal welcher Antrieb darunter steckt: eine große Luxuslimousine, in der Technik möglichst selbstverständlich funktionieren soll.
Futuristisch, ohne die klassische Luxuslimousine zu vergessen
Der neue 7er versucht nicht, klassische Luxusautos abzuschaffen.
Er nimmt die Dinge, die eine große Limousine seit Jahrzehnten ausmachen – Platz, Komfort, hochwertige Materialien, Ruhe und eine souveräne Form – und setzt moderne Technik darauf.

Der Theatre Screen ist vielleicht das beste Beispiel dafür. BMW hätte zwei einzelne Monitore montieren können. Stattdessen verschwindet ein riesiger Bildschirm im Dach und verwandelt bei Bedarf den gesamten Fond.
Die Ambientebeleuchtung könnte einfach aus ein paar LED-Streifen bestehen. Stattdessen wird Licht sichtbar in die Architektur integriert.
Und die Front könnte versuchen, mit immer mehr Formen Aufmerksamkeit zu erzeugen. Stattdessen reduzieren schmale Leuchten die Lichtgrafik, während die beleuchtete Niere die Präsenz übernimmt.
Genau deshalb wirkt der neue 7er auf mich gleichzeitig futuristisch und erstaunlich klassisch.
Die Technik steht überall bereit. Aber sie muss nicht ständig im Mittelpunkt stehen.
Am Ende bleibt das wahrscheinlich wichtigste Merkmal einer guten Luxuslimousine erhalten: Man steigt ein und möchte eigentlich gar nicht mehr aussteigen.